Verlieren ist zwar schwieriger, aber viel lehrreicher als gewinnen

Verlieren ist zwar schwieriger, aber viel lehrreicher als gewinnen

So schön es auch ist, der Gewinner zu sein, umso trauriger ist das Verlieren. „Dabei sein ist alles, verlieren gar nichts“, heißt es in einer alten Weisheit zu den Olympischen Spielen. Denn wer erinnert sich schon an die Athleten, die nicht auf dem Treppchen standen? Dabei sind alle Teilnehmer nationale Helden, da nur die Besten bei Olympia zugelassen werden. So ähnlich geht es uns auch im täglichen Leben. Loser sind nirgends gefragt, dabei wird es persönlich jedem hoch angerechnet, wenn er ein guter Verlierer ist, und beim Sport ist es üblich, dass der Verlierer dem Gewinner gratuliert.

Verlieren muss gelernt werden

Nun leben wir schon recht lange in einer Leistungs- und Ellbogengesellschaft, die Gewinner hofiert und Verlierer eher ausgrenzt. Das fängt schon in der Schule mit den Noten an. Alles folgt einem gewissen Wettbewerb. Wer gewinnt, hat den Platz an der Sonne. Es gibt auch nur noch Gewinner. Kinder lässt man von Haus aus bei allem gewinnen, damit sie weiterhin gute Laune haben. In der modernen Pädagogik müssen sie für alles und jedes gelobt werden. Video- und Computerspiele werden solange neu gestartet, bis man endlich gewinnt oder die nächste Stufe erreicht. Alles ist nur noch super und toll. Nur ganz so einfach ist es eben doch nicht, denn irgendwann kommt der erste Korb, die erste Absage beim Bewerbungsgespräch, der erste Rückschlag im Leben, usw. Wer das Verlieren bis dahin nicht gelernt hat, wird es nicht leicht haben oder gilt schnell als schlechter Verlierer. Die innere Größe, auch verlieren zu können, wird einem nicht angeboren, jeder muss dafür an sich selbst arbeiten und es lernen.

Gewinnen lässt sich nicht erzwingen

Normalerweise leben wir gerne in einer Art Illusion namens „Nichts ist unmöglich!“, nur darf man dabei nicht den Fehler machen, sich eher unmögliche Ziele zu stecken. Jeder wächst in kleinen Schritten und im Rahmen seiner Fähigkeiten an seinen Aufgaben. Ob in der Ausbildung, im Beruf, beim Sport, überall, wo man einen gewissen Einfluss auf seinen nächsten Erfolg ausüben kann, ist es auch möglich, am nächsten Erfolg oder Gewinn zu arbeiten. Ganz anders sieht das allerdings bei Glücksspielen aus. Wer dabei versucht, sein Glück herauszufordern, oder den nächsten Gewinn zu erzwingen, kann damit ganz böse auf die Nase fallen oder, besser gesagt, pleitegehen. Höchste Vorsicht ist also damit geboten, denn so mancher Glücksspieler hat schon nicht nur Haus und Hof, sondern sein ganzes Leben verspielt.