Alarmstufe ROT! Wenn Gewinnen (Spielen) zur Sucht wird

Alarmstufe ROT! Wenn Gewinnen (Spielen) zur Sucht wird

Wir lesen und hören oft etwas davon, wollen das Thema aber nicht so richtig an uns heranlassen. Es geht zunächst allgemein um die „Sucht“. Gern distanzieren wir uns von diesem Thema, weil man mit Sucht eher Drogen, wie Heroin oder andere Betäubungsmittel, in Verbindung bringt. Dabei weiß jeder, dass Medikamenten-, Kauf- oder auch Spielsucht absolut anerkannte Krankheitsbilder sind. Neuerdings ist sogar schon die „Smartphone-Sucht“ im Gespräch, weil immer mehr Menschen ohne dieses neue Zusatzorgan keine freie Minute mehr verbringen können. Bei der sogenannten „Spielsucht“ handelt es sich in Wahrheit mehr um eine „Gewinnsucht“, denn es geht um den Kick, bzw. das Gefühl, dass einen beim Gewinnen beschleicht. Verantwortlich für diesen emotionalen Höhenflug sind Glückshormone (Dopamine), die dabei vom menschlichen Körper freigesetzt werden. Daher ist diese Suchtform sehr gut mit der Kaufsucht zu vergleichen, denn auch dabei geht die Spannung nur bis zum Kauf. Ist das begehrte Stück erworben, ist es eigentlich auch schon wieder langweilig, oder man fragt sich ein paar Tage später, wozu man es sich überhaupt gekauft hat.

Leider ist es so, dass der Mensch nach nahezu allem süchtig werden kann. Denken wir nur an den Adrenalin-Ausstoß beim Extremsport oder nach dem Joggen. Viele Leute haben diese Tendenz, nach irgendwas süchtig zu werden. Sollte das der Fall sein, ist höchste Vorsicht z. B. mit Glücksspielen angesagt. Selber merkt man es meistens erst dann, wenn es zu spät ist. Dies wurde bereits millionenfach durch die Betroffenen unter Beweis gestellt. Sofern man nicht über eine wachsame Familie oder einen fürsorglichen Freundeskreis verfügt, ist es sehr schwierig, die schleichenden Übergänge wahrzunehmen und rechtzeitig zu reagieren. Denn das bekannte „Ich kann sofort aufhören, wenn ich will“, hat sicherlich jeder schon mal irgendwo gehört.

Was man allerdings jederzeit machen kann, ist ein kritischer Selbsttest, der nur drei Fragen einschließt:

  • Ist das Einzige, was mir richtig Freude bereitet, ein Gewinn, und geht es mir nicht mehr darum, ob ich unterm Strich gewinne oder verliere?
  • Habe ich mir schon einmal Geld geliehen, um Glücksspiele oder Wetten zu machen, oder Geld benutzt, das für etwas anderes eingeplant war?
  • Habe ich schon mal Verabredungen platzen lassen, soziale Kontakte vernachlässigt, oder sogar schon Probleme in der Arbeit gehabt (z. B. nachts nicht geschlafen)?

Wenn auch nur annähernd eine der Fragen mit „Ja“ beantwortet werden kann, besteht bereits ein gewisses Risiko, und Sie sollten fachmännischen/-fraulichen Rat einholen. Damit ist nicht zu spaßen.